Vorsicht hell!

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BMW Laserlicht
Mit der neuen Laserlichttechnologie wollen Autohersteller bald die Nacht zum Tage machen. Der Elektro-Sportwagen BMW i8 wird ab Ende des Jahres das erste Serienfahrzeug mit Laserlicht sein.
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Als sich ein paar Ingenieure und Techniker aus dem Hause BMW an einem ruhigen Nachmittag im Biergarten über Gott und die Welt unterhielten, ist es passiert. Am Anfang war es nur eine Idee. Die Idee, mit einer neuen Technologie noch mehr Licht ins Dunkel zu bringen, als es die neueste Technologie mit Hilfe von LEDs schafft. Von Xenon-Scheinwerfern redet schon gar niemand mehr. Dass das Ergebnis allerdings so hell werden würde, dass des Nachts Sonnenbrillen getragen werden sollten, damit konnte wiederum niemand rechnen. Denn die Laserscheinwerfer-Technologie bringt neben vielen Vorteilen auch ein paar unübersehbare Probleme mit sich, die laut BMW jedoch alle lösbar sein sollen - und selbstverständlich auch gelöst werden.

Die Vorteile des Laserlichts sind unübersehbar - zumindest in der Nacht. Während eine Kerze mit einem Lux, Straßenlaternen mit knapp zehn Lux und Xenonscheinwerfer mit 120 Lux ins schwarze Nichts strahlen, schießt ein Laserscheinwerfer einen 340 Lux-Aufheller in die Landschaft. Wäre die Karosserie des Testfahrzeugs, in diesem Fall ein Siebener-BMW, nicht so gut gedämmt, könnten die Insassen den einen oder anderen Hahn auf dem Misthaufen voreilig den Tag begrüßen hören. Das Gras und die Bäume erstrahlen in dem bis zu 600 Meter weit reichenden Schein jedenfalls grün und saftig.

Bei solch starker Strahlkraft bleibt die Frage: "Xenon war schon hell und grell - wie schaut es denn jetzt für die anderen Verkehrsteilnehmer aus?" Die Antwort liegt in der Mechanik der Scheinwerfer. Mit Hilfe von Kameras werden Fremdobjekte erkannt und durch ein Zurseitefahren der Scheinwerfer nicht geblendet. Leider zählen zu diesen "Objekten" noch keine Fußgänger. Das führt zu der Empfehlung, dass überall da, wo einem ab dem vierten Quartal diesen Jahres ein BMW i8 entgegenkommen könnte, Sonnenbrillen auch nachts am Mann geführt werden sollten.

Erlaubt ist so viel Licht, "da die 340 Lux genau vier Lux unter der in der EU maximal erlaubten Grenze liegen", beruhigt BMW-Lichtexperte Thomas Hausmann. Zum Vergleich: In den USA bilden Xenonscheinwerfer mit ihren 120 Lux das maximal erlaubte Lichtlimit. In Städten wird diese Blendproblematik nicht auftauchen. Das nur als Fernlicht genutzte Laserlicht wird erst ab einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde automatisch aktiviert.


Die Technik bringt bei deutlich reduziertem Strombedarf eine ebenso deutlich höhere Lichtintensität auf die Straße
Was sich wie eine Spinnerei a la Star Trek anhört, ist so weit gar nicht entfernt davon. Denn zumindest die Optik der Scheinwerfertechnik erinnert in ihrer Form sehr stark an das Raumschiff Enterprise. Innerhalb des filigran futuristisch anmutenden Gebildes strahlen mehrere Hochleistungs-Laserdioden blaues Licht gebündelt über spezielle Optiken auf einen gelben Phosphor-Leuchtstoff. Der wandelt die Strahlen in ein helles weißes Licht um. Diese Technik bringt bei deutlich reduziertem Strombedarf eine deutlich höhere Lichtintensität auf die Straße. Die Laserdioden selbst sind um das Zehnfache kleiner als konventionelle Leuchtdioden. Dadurch werden sowohl Bauraum als auch Gewicht eingespart.

Zu den Nachteilen, die es noch vor der Markteinführung im Herbst diesen Jahres aufzulösen gilt, zählt neben der Fußgängerblendung das Verkehrsschildproblem. Wer jemals einen Laser in den Händen gehalten und damit auf ein Verkehrsschild gezielt hat, der stellte fest, dass aus dem einst so winzigen gebündelten Lichtpunkt ein gewaltiger Lichtball wird. Genauso verhält es sich auch mit dem Laser des neuen Scheinwerfers. Nähert man sich damit einem Schild, so reflektiert es das Licht um ein Vielfaches heller zurück. Der Grund dafür sind die retroreflektierenden Folien auf den Verkehrsschildern. Durch eingebundene oder eingekapselte Mikroprismen wird so eine Rückstrahlwirkung erzielt, die bei Laserscheinwerfern um ein Vielfaches höher ausfällt als bei anderen Lichtquellen.

Doch wenn der erste damit ausgestattete BMW i8 ab Herbst auf die Straßen rollt, dann soll dieses Problem gelöst sein. Noch vor dem i8 wird Audi beim diesjährigen 24 Stunden Rennen von Le Mans das Laserlicht auf die Strecke bringen und die Nacht erhellen. Allerdings wird es bei den Ingolstädtern bis 2015 zunächst bei dem Einsatz auf der Rennstrecke bleiben. Doch die Serienreife wird auch bei der Marke mit den vier Ringen nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Und auch Mercedes-Benz hat Laserlicht in der Entwicklung.

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