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Porsche 911 Carrera 4S Cabrio
Der Winter kommt und schon im Herbst verdrücken sich viele Cabrios in die wärmende Garage. Nicht so das Porsche 911 Carrera 4S Cabrio. Der offene Stuttgarter ist vierjahreszeitenfest.
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Eigentlich hat der offene wie geschlossene Zuffenhausener mit Allradantrieb und Doppelkupplungs-Getriebe nur ein Problem: Wer ihn praktikabel ausstattet, blickt am Ende der Kreuzchenliste auf einen Preis, der einem schlicht die Sprache verschlägt: 162.000 Euro.

Klar föhnen einem für dieses Geld die perfekten Sportsitze den verschwitzen Rücken, erwärmt das Lenkrad die kalt gefrorenen Hände und lässt sich das - gute - Windschott vollelektrisch während der Fahrt aufstellen. Natürlich ringt die exzellente Burmester-Musikanlage in allen Tonlagen mit dem bollernden Klang des Klappenauspuffs und selbstverständlich führt einen das Navigationssystem vorbildlich durch alle Jahreszeiten. Doch für 162.000 Euro gibt es auch schon eine respektable Zweizimmerwohnung oder ein Baugrundstück, auf dem man mehr bauen kann, als eine Garage für den Wagen.

Natürlich geht es auch zurückhaltender und man verzichtet auf die ein oder andere Dreingabe an Bord. Doch schon der Basispreis reißt einem mit 128.556,50 Euro schier das Herz aus dem Leib. Dafür gibt es zwar eine lausige Ausstattung - jedoch einen Vortrieb, der einem im Sommer wie im Winter, im Herbst wie im Frühling Laune macht.

Der 3,8 Liter große Sechszylinderboxer arbeitet im wohl geformter Hinterteil, beim 4S charismatisch ausgestellt, mit bekannten Qualitäten. 294 kW/400 PS und 440 Nm maximales Drehmoment bei 5.600 Touren reichen aus - man muss eben keineswegs in einem Porsche 911 Turbo unterwegs sein. Der startet bei rund 200.000 Euro und katapultiert einen noch beängstigender mit 560 PS voran. Doch gerade als Cabrio ist der 911 Carrera 4S wie schon seit der Generation 996 die Bestbesetzung.

Von 0 auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden - das ist dabei weit weniger spektakulär als der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h in kaum fassbaren 2,7 Sekunden. Wer dies ein ums andere Mal genossen hat, der überweist die 162.000 Euro gern auf das Konto seines Porsche-Händlers - so er genug auf der hohen Kante hat.


Unverändert hat es der Schwabe, ganz auf die Fahrdynamik gepolt, nicht so mit Assistenzsystemen
Natürlich kann der 2+0-Sitzer mehr. 294 km/h Höchstgeschwindigkeit sind in der Realität zumeist 300 km/h. Dabei ist der Realverbrauch eines Porsche 911 mittlerweile genauso beeindruckend. Ok, die in Aussicht gestellten 9,2 Liter SuperPlus sind gewohnt ambitioniert. Aber mit knapp elf Litern lässt sich der Hochleistungssportler trotz variablem Allradantrieb und bis über 50 km/h elektrisch bedienbarem Stoffdach locker kutschieren.

Die Instrumente, traditionell in fünf Höhlen untergebracht, tun sich schwer damit, Analog- und Digitalanzeigen unter einen Hut zu bringen. Gut ablesbar und praktisch sind sie; wirklich schön ist das ganze Sammelsurium von Informationen aber nicht gelöst. Da kommen die Zuffenhausener beizeiten um eine komplette Digitaldarstellung nicht herum. Insbesondere nicht, wenn man etablierte Dreingaben wie Routenführung und Kraftverteilung der beiden Achsen ebenso darstellen will.

Was das Porsche 911 Carrera 4S Cabrio zu einem derart perfekten Ganzjahresarbeiter werden lässt, das ist das Komplettpaket aus grandiosem Klang, beeindruckenden Langstreckenqualitäten und jenen Sportwagengenen, die die Stuttgarter ab 2014 auch wieder in der Le Mans Serie zelebrieren wollen. Lenkung, Bremsen und Fahrwerk - da ist der Porsche 911 von keinem zu schlagen. Manuell geschaltet oder automatisch bevormundet, im Normalmodus oder im - zu - harten Sport-Plus-Trimm. Selbst für die eigentlich exzellente Corvette hat man am Lenkrad eines Porsche 911 Carrera 4S Cabrio nur eines übrig: Mitleid.

Auch in Herbst und Winter durchzieht der Stuttgarter scharfe Kehren wie langgezogene Kurven mit dynamischer Lässigkeit. Mit der Einführung des siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebes wurden selbst Innenstadtpassagen zum Vergnügen - wenngleich das Anfahren und Ausrollen vor einer Ampel nach wie nicht die Paradedisziplin des automatisierten Elfers ist.

Unverändert hat es der Schwabe, ganz auf die Fahrdynamik gepolt, nicht so mit Assistenzsystemen. ESP und der optionale Abstandstempomat allein sind im 21. Jahrhundert an sich eine Frechheit. Doch die Schar der Porsche-Fans mag nach wie vor weder Spurhalte- noch Spurwechselassistenten.

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