Weniger Stress

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Weniger Stress
Mit dem C4 Cactus will Citroën seine zweite Modellreihe neben den DS neu definieren. Dabei herausgekommen ist ein pfiffiger Kompaktvan, der zudem erstaunlich nahe an der IAA-Studie ist.
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Marc Lloyd, der verantwortliche Designer für den neuen Citroën C4 Cactus, braucht nur zwei Worte, um seine Philosophie für den neuen Kompaktvan zu erklären: "Weniger Stress." Mit dem Cactus wollen die Franzosen ab dem Herbst nicht mehr und nicht weniger, als einen Kontrapunkt zu ihrer erfolgreichen DS-Modellreihe zu setzen. Und sie sehen sich dabei durchaus in der Nachfolge von so elementaren Auto-Ikonen wie dem 2CV - der C4 Cactus soll dabei die neue Referenz liefern. Ein C1 Cactus etwa ist später genauso vorstellbar.

Aber erst einmal kommt der Cactus als C4: 4,16 Meter lang, 1,73 Meter breit und gerade mal 1,48 Meter hoch. Mit einem Kofferraum, der 358 Liter fasst.

Auf den ersten Blick erinnert er mit seinen schmalen Schlitzen für das LED-Tagfahrlicht und der nach hinten abfallenden glatten Seitenlinie ein bisschen an den Land Rover Evoque. Nur wer genauer hinsieht entdeckt, dass die Scheinwerfer in den vorderen Airbumps versteckt sind. Die fließenden Konturen, so Citroën, "vermeiden jede Form von Aggressivität". Da ist es wieder: "Weniger Stress".


Citroën verspricht "mehr Design, mehr Komfort, mehr nützliche Technik - zu einem überschaubaren Budget"
Ein langer Radstand von 2,60 Metern sorgt nicht nur für kurze Überhänge, sondern auch für erstaunlich viel Platz innen. Dazu hilft, dass Citroën so ziemlich alles rausgeworfen hat, was sonst für dicke Seitenverkleidungen und Gewicht sorgt. Die Heckfenster etwa sind nur ausstellbar - das spart die Elektrik. Der Airbag für den Beifahrer ist im Dachhimmel statt wie üblich im Armaturenbrett untergebracht und breitet sich im Notfall an der Windschutzscheibe entlang aus - das sorgt für ein tiefes Armaturenbrett mit waagerechten Linien und mehr Platz für den Beifahrer. Rund 200 Kilogramm Gewicht haben die Ingenieure im Vergleich zu einem herkömmlichen Modell eingespart - und so das Gewicht unter eine Tonne (965 Kilogramm) gedrückt.

"Der C4 Cactus bietet mehr Design, mehr Komfort, mehr nützliche Technik - zu einem überschaubaren Budget," verspricht Citroën. Und hat dazu erstaunlich viele Ideen aus der Cactus-Studie, die im Herbst auf der IAA in Frankfurt gezeigt wurde, in die Serie hinüber gerettet. Dazu gehören außen erst einmal die Airbumps: Flächen aus gut gepolstertem Thermo Plastic Urethan und mit Luftkapseln an den Flanken und Schürzen. Sie geben dem Cactus nicht nur eine rustikalere Optik, sondern machen die Karosserie auch unempfindlicher gegen Rempler. Dass sie sich bestens zur Individualisierung eignen, dürfte kein Nachteil sein: Es gibt sie in verschiedenen Farben und für Flottenfahrzeuge sind Logos und Sonderfarben möglich. Das eigens entwickelte Material, verspricht Citroën, soll auch nach acht Jahren noch fast wie neu aussehen. Zur Not ließen sich die Airbumps auch ohne allzu großen Aufwand auswechseln.

Auch innen ist vieles aus der Studie aufgegriffen. In den Versionen mit Halbautomatik etwa sind vorne breite Sitze eingebaut, die an ein Sofa erinnern. Das serienmäßige und wärmegedämmte Panorama-Glasdach lässt viel Licht ins Innere hinein und sorgt für ein helles, luftiges Raumgefühl. Bedientasten? Nur das Nötigste, nur kein Stress. Die meisten Tasten sind digital - in einem 7-Zoll-Touchscreen, das alle Funktionen in sich vereint: Klimaanlage, Navi, Media, Fahrzeugeinstellungen, Telefon, Internetdienste und Fahrhilfen. Ein digitaler Bildschirm vor dem Fahrer ersetzt zudem das Kombiinstrument mit Tacho, Drehzahlmesser und anderen Anzeigen.


Der Basispreis für den Kompaktvan werden "deutlich unter 15.000 Euro" liegen, heißt es zumindest schon mal
An Assistenzsystemen soll der C4 Cactus "das Nötigste" (Citroën) an Bord haben, meist gegen Aufpreis. Zum "Nötigsten" zählen die Franzosen demnach einen halbautomatischen Parkassistenten ebenso wie eine Rückfahrkamera, statisches Kurvenlicht, Berganfahrhilfe oder Notruf- und Pannenhilfefunktionen. Eine Erwähnung wert ist auch "Smart Wash": Dabei sind die Scheibenwaschdüsen ganz am äußeren Ende der Scheibenwischer angebracht. Da sie nur einen dünnen Flüssigkeitsstrahl versprühen, kommt man laut Citroën mit der Hälfte des Waschwassers aus.

Wenig mögen die Franzosen noch über die Motoren raus lassen. Dass alle die Norm Euro 6 erfüllen, ist kein Geheimnis. Dass mindestens ein aktueller Dreizylinder darunter sein wird oder die Diesel allesamt ein Start & Stopp-System haben werden, auch nicht. Allein schon wegen der Gewichtsreduktion könne man einen Benzinmotor mit einem CO2-Ausstoß unter 100 g/km und einen Diesel mit nur 82 g/km anbieten, kündigt Citroën für den C4 Cactus an - das entspräche einem Dieselverbrauch von gerade mal 3,1 Liter auf 100 Kilometern.

Mit zur Cactus-Strategie gehört ein "aggressiver" (Citroën) Preis. Der Basispreis für den Kompaktvan werden "deutlich unter 15.000 Euro" liegen, heißt es zumindest schon mal. Und unter der Hand wird auch der Benchmark genannt: Der C4 Cactus soll im Basispreis auf einer Ebene mit dem VW Polo liegen - das wären dann knapp 13.500 Euro. Aber, so Citroën selbstbewusst: "Dafür gibt es dann deutlich mehr Auto." Und "weniger Stress".

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