Stierkampf

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Lamborghini schickt seinen Dauerbrenner Gallardo endlich in den verdienten Ruhestand. Jetzt soll der Huracán die Straßen dieser Welt erobern - mit 610 PS und einem Topspeed von 325 km/h.
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Die Norditaliener haben wieder einmal tief in den Geschichtsbüchern gewühlt. Ein neues Auto heißt bei Lamborghini auch jedes Mal wieder: ein neuer Stier im Portfolio. Den Namen Huracán kennt bisher niemand. Das dürfte sich mit der Einführung des Gallardo-Nachfolgers ändern. Denn das einst eher lokale Heimspiel in der Stierkampfarena von Alicante Ende des 19. Jahrhunderts wird ab kommendem Frühjahr zu einem interkontinentalen Wettbewerb der Rennboliden.

Der Lamborghini Huracán wird die Sportwagenwelt als Nachfolger des in zahllosen Derivaten über 14.000 Mal ins rechte Licht gesetzten Gallardo kräftig aufmischen. Porsche 911, Mercedes GT, Ferrari 458 und der Verwandte Audi R8 bekommen wieder ernste Konkurrenz. Seine Weltpremiere feiert der Rennstreckenjäger Huracán auf dem Genfer Salon Anfang März.

Die Leistungsdaten des Huracán lesen sich mehr als beeindruckend. Nach wie vor setzt der Mittelmotorsportler von Lamborghini auf das Konzept aus martialischem Italo-Design, einem potenten V10-Triebwerk, Alu-/Carbon-Karosserie und variablem Allradantrieb. Downsizing oder Turbotechnik bleiben ebenso außen vor wie die übermäßige Verwendung von Assistenzsystemen oder Komfortdetails.

Neu ist nicht nur das Außendesign mit scharfen Formen, muskulösen Schnitten und kurzen Überhängen. Auf vollen Straßen brennen die LED-Augen die Fahrbahn frei, während der Huracán je nach angewähltem Fahrmodus mehr oder weniger wild in die Umwelt brüllt. Innen gibt es kantige Formen, enge Lederstühle, wenig Platz und ein animiertes Hightech-Display, auf dem Instrumente oder Navigationskarte eingeblendet werden.

Diese Flunder aus Santa Agata geht ab wie eine Granate - das sieht jeder. Der 5,2 Liter große Zehnzylinder mit einer Kombination aus indirekter und direkter Einspritzung leistet 448 kW/610 PS und 560 Nm maximales Drehmoment von 6.500 Touren. Von 0 auf Tempo 100 rast der 1,5 Tonnen schwere Allradler in grandiosen 3,2 Sekunden. Tempo 200? In knapp zehn Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 325 km/h dürfte nur von dem spektakulären Lambo-Sound übertroffen werden, der ganz den angewählten drei Fahrmodi Strada, Sport und Corsa entspricht.

Die verschiedenen Fahrprogramme beeinflussen Motor, Getriebe, Klang, Klangcharakteristik des Motors, Allradsystem sowie das elektronische Stabilitätsprogramm. Überragende Bremsleistungen auf und abseits der Rennstrecken soll die serienmäßige Carbon-Keramik-Bremsanlage garantieren.

Dank Start-Stopp-System, Leichtbaukomponenten und dem überarbeiteten V10-Triebwerk reduzierte sich der Lambo-Durst auf 12,5 Liter - das ist im Vergleich zum 570 PS starken Lamborghini Gallardo LP 570-4 deutlich. Endlich wurde auch das abseits aller Rennpisten wenig überzeugende sequenzielle Schaltgetriebe E-Gear beerdigt. Stattdessen leiht sich der neue Power-Stier aus Santa Agata d‘ Bolognese das siebenstufige Doppelkupplungs-Getriebe vom Audi R8, mit dessen nächster Generation er im Städtedreigestirn Santa Agata, Ingolstadt und Neckarsulm neu entwickelt wurde.

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