Porsches kleiner Tiger

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Porsches kleiner Tiger
Dank des Cayenne ist aus Porsche de facto längst ein SUV-Produzent mit angeschlossenem Sportwagenbau geworden. Jetzt folgt mit dem Macan die zweite SUV-Baureihe.
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Es ist schon auf den ersten Blick zu sehen: Das hier ist der kleine Bruder des Porsche Cayenne. Mit dem Macan versuchen die Zuffenhausener den Erfolg in der Klasse der kompakten SUV zu wiederholen, den sie seinerzeit mit dem Cayenne bei den großen SUV vorgemacht haben. Der ist für Porsche längst das Volumenmodell geworden.

Entsprechend wurden im Design viele Gestaltungselemente aus anderen Porsche-Baureihen übernommen. So wirkt das Sport-SUV bei einer Länge von 4.681 mm, einer Breite von 1.923 mm und einer Höhe von 1.624 mm breit und flach auf der Straße liegend, mit durchgehenden Seitenschwellern, einer flach abfallenden Dachlinie und einer großen, übergreifenden Motorhaube, die die Scheinwerfer umschließt und bis zu den Radhäusern reicht. Die Fenstergrafik in der Seitenansicht lehnt sich ebenso wie die weich ausgeformten hinteren Kotflügel an die Optik des 911 an. Die Grundform der Hauptscheinwerfer wiederum erinnert an die des 918.

Wie biedere Schwaben auf einen Namen wie "Macan" kommen, mag auf ewig ein Rätsel bleiben. Der Name jedenfalls ist abgeleitet von der indonesischen Bezeichnung für "Tiger". Und der kleine Tiger werde, so verspricht Porsche, in diesem Segment "neue Akzente in der Fahrdynamik" setzen, "sowohl auf befestigten Straßen als auch im leichten Gelände". Die Basis für den Macan haben sich die Porsche-Ingenieure beim Q5 der Konzernschwester Audi gegriffen. Aber sehr viel hat das kleine Porsche-SUV mit dem Ingolstädter nicht mehr gemein. Allradantrieb, Motoren, Innenraum - alles wurde gewechselt.


Das Allradsystem PTM ist von der Auslegung her auf sportliche Fahrweise ausgelegt.
Über mangelnde Kraft etwa brauchen sich Macan-Fahrer nach Art des Hauses nicht beklagen. Drei Versionen des Macan gibt es zum Modellstart. Allen gemeinsam sind Euro 6, der Allradantrieb und das Porsche Doppelkupplungsgetriebe PDK mit sieben Schaltstufen. Unter der Motorhaube arbeiten jeweils V6-Motoren, zwei Benziner mit integrierter Trockensumpfschmierung und ein Diesel. Den Macan S treibt ein drehfreudiger, drei Liter großer V6-Biturbo mit 250 kW/340 PS an, der für eine Beschleunigung des 1,8 Tonnen schweren SUV von 0 auf 100 km/h binnen 5,2 Sekunden gut ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 254 km/h, der DIN-Verbrauch laut Porsche zwischen 8,7 und 9,0 Litern auf 100 Kilometern.

Im Macan Turbo sorgt ein 3,6-Liter-Biturbomotor für 294 kW/400 PS und eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 binnen 4,8 Sekunden, mit dem Sport Chrono-Paket reichen gar 4,6 Sekunden. Auf 100 Kilometern soll er zwischen 8,9 und 9,2 Liter verbrauchen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Porsche mit 266 km/h an. Nebenbei: Der Macan ist der erste Porsche mit diesem Motor. Der Macan Diesel S schließlich wird von einem Dreiliter-Selbstzünder angetrieben. Seine 190 kW/258 PS bringen ihn in 6,3 Sekunden von Null auf 100, der Verbrauch liegt zwischen 6,1 und 6,3 Litern, die Höchstgeschwindigkeit bei 230 km/h. Das maximale Drehmoment beträgt bereits ab 1.750 U/min. satte 580 Nm. Schwächere Motorversionen mit vier und sechs Zylindern sind geplant.

Das Allradsystem PTM ist von der Auslegung her auf sportliche Fahrweise ausgelegt. Dabei ist die Hinterachse immer angetrieben. Die Vorderachse erhält ihr Antriebsmoment von der Hinterachse, abhängig jeweils vom Sperrgrad der elektronisch geregelten Lamellenkupplung. Wenn die Hinterräder zum Beispiel beim Anfahren auf Eis durchdrehen, können bis zu 100% des Drehmoments an die Vorderachse übertragen werden. In Kurven dagegen gelangt immer nur so viel Kraft an die Vorderräder, dass eine optimale Seitenführung gewährleistet ist. Der Offroad-Modus kann im Geschwindigkeitsbereich zwischen 0 und 80 km/h über eine Taste auf der Mittelkonsole aktiviert werden. Dann sind zum Beispiel die Schaltdrehzahlen und -geschwindigkeiten auf höhere Traktion ausgelegt. Außerdem erhöht sich beim Fahrwerk mit Luftfederung die Bodenfreiheit um 40 auf 230 mm. Insgesamt bietet Porsche für den Macan drei Fahrwerks-Varianten an.


Gebaut wird der Macan in Leipzig, wo Porsche dafür eine halbe Milliarde Euro investiert hat
Das Cockpit wird Porsche-Fahrern auf Anhieb vertraut erscheinen. Das Design des Multifunktionslenkrades wurde aus dem Porsche 918 übernommen. Das Kombiinstrument besteht aus drei Rundinstrumenten. Im rechten findet sich ein hochauflösendes 4,8-Zoll-Farbdisplay, in der Mitte, zentral vor dem Fahrer, wie bei Porsche Brauch der Drehzahlmesser. Das Zündschloss? Klar, links vom Lenkrad, wie im Porsche ebenfalls üblich. Der Radstand von 2.807 mm sorgt nicht nur für Fahrstabilität, sondern auch mit für ordentlich Platz im Innenraum. Dazu kommt ein Kofferaumvolumen von 500 Litern, das sich bei umgeklappter Rückbank auf 1.500 Liter erweitern lässt.

Zur Serienausstattung des Macan gehören neben Allradantrieb, automatischer Start-Stopp-Funktion, Segelfunktion, Sport-Taste und PDK unter anderem ein Multifunktionslenkrad mit Schaltpaddles, große Räder oder eine elektrisch betriebene Heckklappe. In der Aufpreisliste sind Nettigkeiten wie die Luftfederung zu finden, dynamisches Fernlicht, Sport Chrono-Paket oder Torque Vectoring Plus, eine variable Verteilung des Antriebsmoments an den Hinterrädern.

Bleiben noch die Preise. Wenn er ab dem 5. April 2014 bei den Händlern steht, werden beim Macan S und S Diesel jeweils 57.930 Euro auf dem Preisschild stehen. Der große Bruder Cayenne S dagegen kostet ab 74.828 Euro, den preiswertesten Cayenne gibt es ab rund 58.000 Euro. Den Macan Turbo soll es ab 79.826 Euro geben.

Gebaut wird der Macan in Leipzig, wo Porsche dafür eine halbe Milliarde Euro investiert hat. Bis zu 50.000 Fahrzeuge sollen dort pro Jahr aus der Werkshalle rollen. Man hat sich am Erfolg des Cayenne ein Beispiel genommen.

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