Druckreif

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Faszination: Autos aus dem Printer
Wie die USA versuchen, mit 3D-gedruckten Fahrzeugen die Automobilindustrie aufzumischen. Das Elektroauto Strati ist erst der Anfang. Und ein wenig erinnert das an den Replikator der Enterprise.
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In ein paar Jahren, vielleicht aber auch schon im kommenden Jahr, können wir ein maßgeschneidertes Auto anbieten. Unter normalen Umständen würde dies Millionen an Entwicklungs- und Produktionskosten verschlingen", sagt James Earl, seines Zeichens Ingenieur bei Local Motors, und schraubt zufrieden an Strati weiter. Strati ist ein Elektroauto, das, wenn es gerade aus einem gewaltigen 3D-Drucker gehoben wurde, rund 500 Kilogramm wiegt - und anschließend zur weiteren Bearbeitung auf Stützen steht.

James Earl und sein Team sind gerade dabei, die Teile anzubauen, die nicht gedruckt werden können - noch nicht. Dazu gehören Reifen, Felgen, zwei Ledersitze, das Lenkrad, die Federung und der gesamte Antriebsstrang inklusive Motor.

Dass sich ein Hersteller 3D-gedruckter Bauteile bedient ist nicht neu. Doch anders als bei Fahrzeugen wie dem Urbee, bei dem die gedruckten Chassisteile anschließend zusammengesetzt wurden, bestehen Karosserie und Chassis des Strati aus einem Druck. Genauer gesagt haben die 212 Schichten des kleinen, schwarzen Autos insgesamt 44 Stunden Druck- und nochmals acht Stunden Fräsarbeit hinter sich.

Bis es allerdings soweit ist, verdrehen Fahrzeuge wie der Strati den staunenden Besuchern von Fachmessen und YouTube-Videos den Kopf. Besitzern eines Renault Twizy wird die Fahrdynamik des Strati mehr als nur bekannt vorkommen. Denn Batterie, Motor, Verkabelung und vieles mehr kommen direkt aus Frankreich - vom Twizy.

So können sich in Zukunft Kunden eines Strati - genauso wie auch die eines Twizy - zwischen einem fünf und einem 18 PS starken Elektromotor mit 33 oder 57 Newtonmeter Drehmoment entscheiden. Vor allem in puncto Höchstgeschwindigkeit ist der Unterschied zu spüren. Da stehen 45 gegen 80 km/h. Der schwarze Zweisitzer kommt dank einer 6,1 kWh-Batterie auf eine Reichweite von rund 100 Kilometer. Das Aufladen dauert 3,5 Stunden.

Ein großes Problem des fahrtüchtig rund 860 Kilogramm schweren Hecktrieblers ist seine Crash-Sicherheit. Denn das Fehlen von Blechteilen hat eben auch seine Nachteile. Knautschzonen sucht man vergebens. "Es ist wie ein Fels, der auf eine Mauer trifft", gibt Jay Rogers zu. Bis der 2,15 Meter lange und 1,52 Meter breite Strati auf die Straße kommt, wird es daher dann doch wahrscheinlich länger dauern, als es dem kleinen Hersteller aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona lieb ist.

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