Münchener Tafelsilber

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Münchener Tafelsilber
BMW Individual hat sich mit der renommierten Silber- und Yacht-Manufaktur Robbe und Berking zusammengetan. Herausgekommen ist der teuerste 7er BMW aller Zeiten: der 760 Li Sterling.
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Was haben Karl Lagerfeld und Thomas Gottschalk gemeinsam? Außer dass beide seit Jahrzehnten die gleiche Frisur haben, sind beide Kunden bei BMW Individual. Modezar Lagerfeld kann sogar für sich in Anspruch nehmen, das Thema Individual in München initialisiert zu haben.

Als der exzentrische Designer 1992 eine Sonderausstattung für seinen BMW L7 verlangte, kamen die Münchener Entscheidungsträger ins Grübeln. "Maßgeschneiderte Autos währen doch ein interessantes Geschäftsmodell", so ihre Idee. Herausgekommen ist nicht nur ein orange-farbenes Unikat mit einer speziellen Taschentuchbox. sondern viele weitere individuell auf die Kundenwünsche zugeschnittene Fahrzeuge. Übrigens besitzt Thomas auch Gottschalk ein Grand Coupé in Sakhirorange. Wieder eine Gemeinsamkeit.

Um die Verfeinerung der Autos auf neue Wege zu führen, suchen die Münchener stets nach interessanten Partnern. Da kam das Angebot der Zusammenarbeit mit der Silber- und Yacht-Manufaktur Robbe & Berking, das vor etwa eineinhalb Jahren ins Haus flatterte, gerade recht. Das Ergebnis diese Kooperation ist der 760 Li Sterling. Mit einem Wert von 320.000 Euro ist das im dunklen "Singapurgrau" lackierte Fahrzeug der bisher teuerste 7er, wenn man mal von den Sicherheits-Fahrzeugen absieht.

Der Name "Sterling" ist Programm und zeigt auch schon die grundlegende Idee hinter der Verfeinerung der Oberklassen-Limousine: An vielen exponierten Stellen glänzt jetzt nicht Chrom oder Alu, sondern 925er Sterling Silber: Angefangen von der Niere über die große Spange am Heck bis hin zu den Dekor-Elementen im Innenraum. Sogar das BMW-Markenzeichen ist aus dem edlen Material gefertigt, das dann von Hand weiß und blau emailliert wird.


Die Spangen in den Türgriffen und die Applikationsleisten sind kunstvoll in Handarbeit martelliert
"Das ist das erste Mal, das wir das Logo aus der Hand gegeben haben", sagt BMW-Chefdesigner Adrian von Hooydonk, der mit dem Ergebnis nach eigenem Bekunden hochzufrieden ist. Allerdings brauchte es einige Anläufe, bis das Aussehen des charakteristischen Propellers den Ansprüchen der Münchener genügte. An jedem Silberelement findet sich, wie bei Bestecken auch das Punzzeichen mit dem Halbmond (für Silber), der alten Reichskrone (für das Herkunftsland Deutschland) und dem Meisterstempel der Manufaktur.

Warum eigentlich Silber? "Es ist der einzigartige warme Glanz, das dieses Material von Chrom oder polierten Aluminium unterscheidet", erklärt der Inhaber der Manufaktur, Robert Berking. Doch für simples Versilbern hätte man nicht die Spezialisten aus Flensburg gebraucht. Die Spangen in den Türgriffen und die Applikationsleisten sind kunstvoll in Handarbeit martelliert.

Bei dieser Technik bearbeitet ein Silberschmied mit exakt ausgeführten Hammerschlägen das edle Material und versieht es so mit lauter kleinen Mulden. Dadurch wird das Licht gebrochen und es entsteht eine glitzernde Oberfläche. Wichtig ist, dass die Schläge ganz exakt geführt sind, keine Stelle zweimal getroffen wird und dass sich auf der Hammeroberfläche keinerlei Staub oder Schmutzpartikel befinden. "Sonst ist das Bauteil ruiniert", sagt Silberschmied Martin Koschnick von Robbe & Berking.

Die Kombination mit dem feinen braunen Merinoleder verleiht dem Innenraum des Einzelstücks ein ganz besonderes Aussehen. In den Genickstützen sind Halbmond und Krone von Hand eingestickt. Ein sichtbarer Hinweis auf die kostbare Veredelung des Cockpits. So ganz wollten die Flensburger Spezialisten von Robbe & Berking ihre Kernkompetenz - das Erschaffen von Silber-Besteck, -Kannen und Trinkgefäßen - auch nicht verschleiern: Im Mitteltunnel des Fonds befinden sich zwei silberne Trinkbecher und eine Silberkaraffe.


Geld spielt meistens keine Rolle. Doch der Phantasie der kaufkräftigen Kundschaft sind Grenzen gesteckt
Für die Verfeinerungsspezialisten von BMW-Individual stellen solche aufwendigen Arbeiten die Norm dar und nicht die Ausnahme. Sind Verzierungen mit Swarovskisteinen noch ganz üblich, so kommen einige BMW-Fahrer auf besondere Ideen. "Einmal stand ein Kunde mit seinem eigenen Baumstamm bei uns vor der Tür und wollte, dass die Applikationen genau aus diesem Holz gefertigt sind", erzählt Christian Humele, der bei BMW-Individual die Vertriebsstrategie und -planung leitet.

Den ausgefallenen Wünschen sind kaum Grenzen gesetzt. Ein anderer bestand darauf, dass die Applikationen mit Lachshaut bezogen sind, die von seinen Fischen stammte. Ganz harmlos erscheint dagegen der Wunsch eines Leichtathleten, der seinen Weltrekord und seine Emblem auf das Heck und der Interieurleiste anbringen ließ.

Geld spielt meistens keine Rolle. Doch der Phantasie der kaufkräftigen Kundschaft sind Grenzen gesteckt. Die fangen da an, wo die Sicherheit in Spiel kommt. Eine BMW-Niere aus Edelstahl wäre zu schwer und im Falle eines Unfalls eine Gefahr für Fußgänger. Bevor ein Innenraum mit Leder bezogen wird, muss garantiert sein, dass das Leder die Funktionsweise der Airbags nicht beeinträchtigt. Dazu braucht es teure Tests.

Tabu sind natürlich Wünsche, die Rassismus oder andere politisch nicht korrekte Themen beinhalten. Doch die Gefahr besteht bei dem BMW 760 Li Sterling nicht. Das Einzelstück wandert jetzt in den Showroom der BMW M GmbH, zu der die Individualisierungsabteilung gehört. Doch wenn ein Interessent genau so ein solches Auto will, kann es jederzeit nachgebaut werden. Für Adrian Hooydonk ist die Kooperation mit den Robbe & Berking noch lange nicht zu Ende. Schließlich bauen die Flensburger auch wunderschöne Holzyachten.

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