Das beste Auto?

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Das beste Auto
Im Herbst kommt das von seinen Fans bereits sehnsüchtig erwartete Tesla Model S offiziell auch nach Europa. Eine Ausfahrt in einer Elektrolimousine, die die Automobilwelt auf den Kopf stellen will.

"Wir werden keine Werbung schalten, denn unser Auto verkauft sich von allein. Es ist das beste Auto der Welt", verkündet George Blankenship, Vizepräsident des weltweiten Verkaufs und der Kundenzufriedenheit bei Tesla Motors in den USA, selbstbewußt. Er spricht vom Tesla Model S, einer 2,1 Tonnen schwere Limousine, die ausschließlich mit Strom bis zu sieben Passagiere von A nach B bringt. Der im eigentlichen Sinne als 5+2-Sitzer zu charakterisierende Model S wird im Herbst an seine ersten Kunden in Europa ausgeliefert.

 

Der bis zu 209 km/h schnelle und 310 kW/416 PS starke Model S übt von der Fahrdynamik und seinen technischen Finessen her durchaus Druck auf seine Benzin betriebene Konkurrenz aus. Und das ist laut Tesla-Chef Elon Musk auch so beabsichtigt: "Die Welt lebte bis heute mit der Illusion, dass Elektroautos nicht besser sein können als Benziner. Dass Du dann, wenn Du ein Elektroauto kaufst, weißt, dass es das schlechtere Auto ist. Wir zeigen, dass Elektroautos die besten Autos der Welt sein können. Vom Performance-Standpunkt gesehen, haben wir das Ziel, Fahrzeuge wie den 5er BMW und den Porsche Panamera zu schlagen."

 

Die lautlose Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 binnen gerade mal 4,5 Sekunden zaubert beim spontanen Gasgeben ein Lächeln in das Gesicht jedes Fahrers - das ist 911er Niveau. 600 Nm Drehmoment sind bei der Arbeit. Die Traktionskontrolle sorgt zudem für eine ständige Überwachung und Regelung der immensen Antriebskraft. Im Gegensatz zum Tesla Model X, das auf gleicher Plattform als Crossover mit Hinterrad- oder Allradantrieb zu bekommen sein wird, werden die Model-S-Versionen zunächst ausschließlich über die Hinterachse angetrieben.

 

Im Interieur sorgt der 17 Zoll große, hochkant in die Mittelkonsole eingelassene Bildschirm für einen ständigen Drang, irgendetwas einstellen zu wollen. Produktmanager Ted Merino: "Rein technisch gesehen ist es so: Wenn ich in einen BMW einsteige, gehe ich zehn Jahre in der Zeit zurück. Im Model S habe ich eine Erweiterung meines aktuellen Smartphones." Der berührungsempfindliche Alleskönner ist sogar schon ab der Grundausstattung im kleinsten Modell des Tesla verfügbar.


Die Bremse macht annähernd das was sie soll
Ein genauer Blick auf die Materialien offenbart auch Schwächen des vermeintlich besten Autos der Welt. So lässt sich die Lenkung zwar in drei Stufen verändern. Doch weist sie auch noch im sportlichsten Modus die US-typischen Ungenauigkeiten auf. Dem tiefen Schwerpunkt, der das Resultat der im Unterboden verbauten Batterie ist, ist es zu verdanken, dass man dennoch schnell durch enge Kurven pilotieren kann. Die Bremse macht annähernd das was sie soll, müsste aber definitiv noch härter zupacken. Hier wäre ob des hohen Gewichts eine Sportbremse durchaus angebracht. Zudem vermitteln die beiden Sitzplätze im Heck nicht gerade den Wunsch, dort sitzen zu wollen. Für den Notfall und für Kleinkinder sollten sie aber genügen.

 

In puncto Federung hat sich Tesla eine zusätzliche Einnahmequelle gesichert, denn in der Basisausstattung gibt es nur gegen Aufpreis eine verstellbare Luftfederung zu kaufen. Das Geld darf aber getrost im Sparschwein bleiben, da die Unterschiede nur marginal ausfallen.

 

Die Verarbeitung der im Innenraum verwendeten Materialien fährt hinter den selbstgesteckten Premiumansprüchen her. Wenn Tesla bis zum Europastart da nicht nachbessert, wird es nichts mit dem Angriff auf das Verbrenner-Gespann BMW, Audi, Mercedes Benz und Porsche. Schnell wird auch der psychologische Nachteil der Lautlosigkeit deutlich: In engen Kurven und unebenen Fahrbahnen knarzt und ächzt es hin und wieder im Aluminium-Gebälk der Karosserie. Das ist zwar bei vielen Benzinern auch nicht anders - aber da geht es in der ganz normalen Geräuschkulisse unter.


Die Höchstgeschwindigkeit kann mal eben so deutlich erhöht werden
Bei Ladezeiten von einer bis fast zehn Stunden für die komplette Reichweitenerneuerung ist es jedem selbst überlassen, wie viel Zeit er mit dem Aufladen verbringen möchte. Alles nur eine Frage der Einstellung - und des Preises, welche Ladeoption der Kunde will.

 

"Tunen" läßt sich auch die Reichweite. Technik-Chef Job Straubel: "Ein schwaches Batteriepack kann ohne Weiteres mit einem stärkeren Pack getauscht werden, ohne dass danach eine neue Fahrwerksabstimmung vorgenommen werden muss. Die Gewichtsunterschiede sind so klein, dass eine Neueinstellung nicht notwendig ist". Selbst die Höchstgeschwindigkeit kann mal eben so wesentlich erhöht werden, was für Märkte wie in Zentraleuropa durchaus ein Thema sein dürfte.

 

Im Herbst 2013 sollen die ersten Tesla Model S auch in Europa erhältlich sein. Die Basisversion mit 306 PS steht zum Einstiegspreis von 71.400 Euro bei den Händlern. Wer mit 422 PS im Model S Performance deutlich stärker stromern will, muss mindestens 95.900 Euro anlegen. Das ist immer noch deutlich günstiger, als BMW dann etwas später für seinen Öko-Sportler i8 aufrufen dürfte: Da ist von rund 125.000 Euro die Rede.

 

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