Drei-Topf-Strategie

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Fahrbericht: Audi A1 1.0 TFSI Sportback
Nach nicht einmal fünf Jahren am Markt wertet Audi seine kleinste Modellreihe auf. Der A1 bekommt vor allem neue oder zumindest überarbeitete Motoren mit etwas mehr Leistung und weniger Verbrauch.
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Schlecht ist Audi mit seinem kleinsten Familienmitglied bisher nicht gefahren: Seit der Markteinführung 2010 wurden rund eine halbe Million A1 und A1 Sportback verkauft. Nun gibt es eine Überarbeitung der Modellreihe, deutlich früher, als üblich. Doch bei den kompakten und Lifestyle-Modellen dreht sich das Rad der Updates heute deutlich schneller als etwa in der Mittelklasse. Ohnehin sind es mehr die technischen Details, die von den Ingolstädtern überarbeitet wurden - und die, die beim Marketing auf der Agenda standen.

Die Motoren zum Beispiel. Sechs Aggregate, vier Benziner und zwei Diesel von 90 PS bis 192 PS, sind neu oder zumindest gründlich überarbeitet worden. So bietet Audi im A1 zwei völlig neue Dreizylinder an: den Benziner 1.0 TFSI und den Diesel 1.4 TDI. Der gerade mal 88 Kilogramm schwere Benziner - der erste Dreizylinder in der Geschichte der Audianer - liefert im A1 1.0 TFSI ultra aus 999 ccm Hubraum eine Leistung von 70 kW/95 PS ab und schaufelt turbounterstützt ein maximales Drehmoment von 160 Nm an die angetriebenen Vorderräder. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h und einen Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 10,9 Sekunden.

Das ist in beiden Werten etwas besser als das bisherige Einstiegsmodell, das als 1.2 TFSI mit 63 kW/86 PS aus vier Zylindern 180 km/h Spitze und eine Spurtzeit von 11,7 Sekunden holte. Zumindest rein rechnerisch noch beeindruckender ist der Unterschied im Verbrauch. Der "alte" Vierzylinder schluckte offiziell 5,1 Liter Super auf 100 Kilometern, der neue Dreizylinder soll mit 4,3 Litern zufrieden sein - das entspricht einem CO2-Ausstoß von 99 g/km.

Soviel zur Theorie. Real ist der Verbrauch beim Dreizylinder deutlich höher. Denn um ihn zu ähnlichen Leistungen zu strietzen wie seinen Vorgänger mit einem Topf mehr, muss man einiges mehr an Gas geben und ihn höher drehen.


Rein rechnerisch sind nun mehr als eine Million Farb- und Ausstattungsvarianten möglich
Die Gasannahme ist nicht die schnellste - erst, wenn man gut Stoff gibt, ist man flott unterwegs. Dann aber wirklich. Für die Stadt, aber auch für Landstraßen und Autobahnen reicht die Leistung völlig - wenn man nicht zu zaghaft mit Gaspedal und Schaltung umgeht. Das allerdings führt dazu, dass man den realen Durchschnittsverbrauch problemlos gut über die neun Liter drischt. Das ist bei anderen abgemagerten Motörchen nicht viel anders - Audi steht damit also beileibe nicht allein.

Immerhin werkelt der Ein-Liter-Motor relativ unaufgeregt drauflos, hört sich allenfalls noch gleich nach dem (Kalt-)Start nach Rasenmäher an und gibt nur wenig Vibrationen an den Innenraum weiter. Wer dem Motor beim Starten einmal zuschaut, der sieht schnell, dass das weniger ein Verdienst des Motors selbst als eines der sehr wirksamen Aufhängungen im Motorraum ist.

Individualisierung ist das zweite Stichwort beim neuen Audi A1. Nach wie vor gibt es ihn zwar nur in den beiden Bauformen als kompakte Schräghecklimousine und als Sportback. Aber die Ingolstädter haben ihr Ausstattungsangebot bei den Farboptionen deutlich ausgebaut. Rein rechnerisch sind nun mehr als eine Million Farb- und Ausstattungsvarianten möglich. Allein zwölf Außenfarben stehen zur Wahl, vier davon neu. Die Namen der Farben müssen wieder mal für endlose Brainstorming-Meetings in Ingolstadt gesorgt haben: "Utopiablau" etwa gehört dazu oder Sohobraun.

Audi verspricht, dass die neuen Modelle zumindest ausstattungsbereinigt nicht viel teurer werden als ihre Vorgänger. Dort startete der 1.0 TFSI-Benziner mit 16.750 Euro. Alle Preise mag Audi noch nicht verraten - aber dem Vernehmen nach geht es bei seinem Nachfolger 1.0 TFSI auch wieder knapp unter 17.000 Euro los.

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